Das Handelshaus der Fugger

marzo 1, 2008 antostar

 Die Fugger sind ein schwäbisches Geschlecht, das seit 1367 in Augsburg ansässig war. Während man lange annahm, dass die Linie „Fugger vom Reh” 1494 erlosch, erlangte die noch heute bestehende Linie „Fugger von der Lilie” durch die Fuggerische Handelsgesellschaft Weltgeltung.

Geschichte der Fugger :

Im vierzehnten Jahrhundert zog es viele Menschen unter dem Motto „Stadtluft macht frei“ in die Städte. Bauern und Handwerker strömten zu Hunderten in die Ballungsgebiete in der Hoffnung, dort ein besseres Leben zu führen. Im Jahre 1367 zog aus dem gleichen Antrieb heraus (er war kein Leibeigener) ein Grabener  Weber nach Augsburg: Hans Fugger. Er hatte es nicht leicht, denn es gab schon viele Weber in Augsburg, jedoch wurde er 1386 zum ersten Zunft-Meister der Weber in Augsburg.Jakob der Alte baute die Weberei weiter aus, ging dabei jedoch langsam und vorsichtig vor. Sein Bruder Andreas hingegen trennte sich von dem Geschäft seines Vaters und wechselte den Beruf. Er wurde Kaufmann. So erlangte er früh, im Vergleich zu seinem Bruder, großen Reichtum, den sein Sohn Lukas später sogar noch ausbaute. Lukas bekam ein Wappen verliehen; so sollte die Linie, der er entstammte, fortan „vom Reh“ heißen. Doch die schnelle Expansion überanstrengte Lukas und seine Brüder, sodass ihr Unternehmen nach vielen Fehlentscheidungen alles verlor.Neben dem Ausbau des Handels mit Wolle, Seide, Barchent (ein Mischgewebe aus Baumwolle auf Leinenkette) und Spezereien wurde in Kooperation mit der Firma Auer und Metzler der Familie Thurzo in Ungarn in den Bergbau investiert. Hierzu wurden Bergwerke gepachtet, diese durch deutsche Spezialisten modernisiert und dann die Metalle über den eigenen Handelsweg nach Augsburg gebracht, um die Edelmetalle von dort aus besonders an Münzpräger zu liefern.Mit dem zum großen Teil aus dem Handels- und Montangeschäft (Bergbau) verdienten Geld half die Fugger-Gesellschaft, an deren Spitze sich schon bald Jakob der Reiche behaupten konnte, vermehrt dem deutschen König Maximilian I. aus dem Hause Habsburg. So half die Gesellschaft Maximilian I. z. B. bei der Übernahme Tirols 1490, der Hochzeit mit Bianca Maria Sforza 1494 oder der Finanzierung des italienischen Kriegs 1496. Im Ausgleich half der König den Fuggern, indem er Gesetze zu ihren Gunsten änderte oder schrieb und ihnen Handelsprivilegien erteilte. Im Jahre 1505 verstärkten sich außerdem die Beziehungen zum Papst, indem die Fugger ihm Geld zur Anwerbung der ersten Schweizergarde liehen.Mit dem Tode Ulrich Fuggers 1510 fielen nun alle großen Entscheidungen Jakob zu. Daraus entstand 1512 die monarchische Organisation der Firma. Eine der größten und berühmtesten Investitionen Jakob Fuggers war 1519 die Finanzierung der Königswahl Karls V. (vorher Karl I. von Spanien). Die Fugger brachten zur Bestechung der Kurfürsten des Reiches, die den Kaiser wählten, insgesamt 852.000 Gulden Kredit zusammen, zur Tilgung dieser Schulden wurde 1521 beim Wormser Reichstag ein Vertrag abgeschlossen.Die letzten vier Lebensjahre Jakobs wurden von Aufständen in den fuggerschen Bergwerken in Ungarn, Unruhen gegen die Fugger in Augsburg selbst und von Monopolklagen gegen die Fugger für Jakob erschwert. Doch auch in seinen letzten Lebensjahren behauptete er sich gegen seine Gegner und leitete auch weiterhin die Geschicke der Firma mit viel Erfolg. Die Aufstände schlug er nieder und auch die Klagen konnte er mit Hilfe Karls V. zurückweisen. Für Letzteren resultierten daraus weitere Kredite der Fugger, die unter anderem zur Finanzierung des Krieges bei Pavia in Italien benötigt wurden, der dank des Geldes Fuggers siegreich war.Im Jahre 1525 starb Jakob der Reiche. Dadurch erbte sein Neffe Anton, der Sohn Georg Fuggers, der Bruder Jakobs, eine Gesellschaft, die in ihrem „politischen und wirtschaftlichen Einfluss […] den der Medici übertraf und allenfalls seinesgleichen in der Kapitalmacht der Rothschild“ (Hans Herzfeld: Geschichte in Gestalten) fand..Als 1545 mit der Eröffnung des Trienter Konzils die Gegenreformation begann, griff die Gesellschaft zwar Karl V. finanziell unter die Arme, jedoch war der Katholik Anton stets um Frieden zwischen den Parteien bemüht. Nachdem Augsburg, das sich zum Protestantismus bekannt hatte, von Karl V. erobert worden war, half Fugger bei der Finanzierung der Kriegsschuld und stand für seine Heimatstadt ein, obwohl er einst aus der Stadt verwiesen worden war. Fugger musste trotz aller Bemühungen um Frieden seinerseits damit rechnen, dass seinem Handel durch den Krieg größere Schwächungen drohten. Darum versuchte er, durch große Kredite an Heinrich VIII. von England dort Rückhalt aufzubauen.Nachdem Philipp II. die Nachfolge Karls V. angetreten hatte, entschloss sich Anton, die Firma langsam abzubauen und das Vermögen in Ländereien umzusetzen. Hierzu mögen ihn vielleicht auch Fehler von Familien- und somit Firmenmitgliedern, sowie Betrug in der Antwerpener Faktorei bewegt haben, da diese die Firma viel Geld kosteten.Bis zu seinem Tode 1560 schaffte er es nicht, die Firma komplett aufzulösen, zu oft war er gezwungen, sich anderen Dingen zu widmen, vor allem den Geldwünschen Philipps II. Und es ist anzunehmen, dass er sich auch gar nicht hätte zurückziehen können: Dafür war er im Geiste zu sehr Kaufmann. Das äußert sich darin, dass er bis zu seinem Tode die Führung ähnlich wie sein Vorgänger Jakob nicht aus der Hand gab.Bei seinem Tode hinterließ Anton Fugger seinen Nachfahren zahlreiche Ländereien und ein Vermögen von 5 Millionen Gulden.Mit dem Tode Antons ging die Blütezeit des fuggerschen Imperiums, das über ein Jahrhundert in der Politik und Wirtschaft Europas eine bedeutende Rolle gespielt hatte, bis Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 endgültig vorüber.

Noch heute leben direkte Nachfahren Jakob des Alten in Schwaben auf ihren Ländereien; auch gibt es heute noch die Fürst-Fugger-Privatbank KG in Augsburg, die ihren Ursprung in dem Schaffen Jakobs des Reichen und Anton Fuggers hat. Die Fuggerei, als soziale Einrichtung zwischen 1514 und 1523 von Jakob dem Reichen erbaut, betreut noch heute mittellose Bürger für heute 0,88 Euro im Jahr sowie drei Gebete am Tag. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde die Fuggerei in den Jahren nach dem Kriegsende vom Träger, den Fuggerschen Stiftungen unter Leitung von Joseph-Ernst Graf Fugger von Glött, dem damaligen Eigentümer vom Fuggerschloss Kirchheim/Schwaben, wieder aufgebaut. Noch heute werden die die Fuggerei umgebenden Tore pünktlich um 22:00 Uhr geschlossen, einen späteren Einlass gibt es dann nur noch gegen eine „Strafzahlung“ beim Wächt.

Die Fugger in der populären Kultur :

Über die Fugger sind zahlreiche populäre Sachbücher erschienen. Auch mehrere historische Romane beziehen Handlungselemente aus dem Leben der Kaufmannsfamilie, neuere Werke sind Tanja Kinkels Die Puppenspieler, Thomas R. P. Mielkes Gold für den Kaiser und Peter Dempfs Das Amulett der Fuggerin.

1982–1983 strahlte die ARD die sechsteilige Fernsehserie Vom Webstuhl zur Weltmacht über den Aufstieg der Fugger aus, die auf Günter Oggers Buch Kauf Dir einen Kaiser beruhte.

Die erfolgreiche Wirtschaftssimulation Die Fugger II von 1996 bezieht sich in ihrem Namen auf die Familie. Nicht zuletzt wegen eines Streits um die Namensrechte seitens der Familie Fugger ist das Computerspiel nicht mehr im Handel erhältlich. Der Nachfolger des Spiels ist seit dem Rechtsstreit unter dem Namen Die Gilde vertrieben worden.Noch heute ist der Begriff Fuggergeschäft in Südwestdeutschland weit verbreitet.

Wappen der Fugger von der Lilie           Johann Christoph Fugger (von Christoph Amberger, 1541)

                                           Johann Christoph Fugger          

 

Jakob Fugger 1459-1525

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